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Festverzinsliche Anleihen, heute eine gefährliche Geldanlage

Festverzinsliche Anleihen, wie z.B. Bundesanleihen, Bundesobligationen oder Bundesschatzbriefe sind eine sehr sichere Anlagemöglichkeiten. Diese garantieren bis zum Laufzeitende der Anleihe einen vertraglich gesicherten Zins.

Die Gefahr liegt jedoch nicht bei dem sicheren Zins, sondern im tiefen Marktzinsniveau. Das Marktzinsniveau (Umlaufrendite) hat Anfang 2005 den tiefsten Stand seit Bestehen der Bundesrepublik erreicht, d.h. noch nie gab es für Anleihen weniger Zinsen. 

Wer heute eine Anleihe kauft und diese nicht bis zum Laufzeitende behalten möchte, läuft Gefahr, trotz erhaltener Zinsen, Verluste zu machen. Dieses soll das folgende Beispiel verdeutlichen.

Der obere Chart zeigt den Verlauf der Umlaufrendite im Jahr 2004. Sie sank 3,9% im Januar 2004 auf 3,4% im Januar 2005.

Der untere Chart zeigt den Kursverlauf einer 10jährigen Bundesanleihe.

Im Januar kostete die Bundesanleihe 97 € bei einer Umlaufrendite von 3,9 %. Im Januar 2005 kostet die gleiche Bundesanleihe 102 € bei einer Umlaufrendite von 3,4 %.

 

Hier zeigt sich der Zusammenhang von Kurswert der Bundesanleihe und Höhe der Umlaufrendite. Fällt die Umlaufrendite so steigen die Kurse der Anleihen (Erläuterungen dazu weiter unten).

Da sich die Umlaufrendite zur Zeit auf einem historischen Tief befindet, könnte es zukünftig dazu kommen, dass sie wieder steigt. Dieses würde dann zu fallenden Kursen bei den Anleihen führen.

Wer heute also eine Anleihe kauft, sollte sich dem Risiko bewusst sein, dass die gekaufte Anleihe stark an Kurswert verlieren kann. Das betrifft natürlich nicht den vertraglich zugesicherten Rückkaufwert der Anleihe am Ende der Laufzeit.

Der Grund für die Kursschwankungen liegt im vertraglich zugesicherten Zins und im vertraglich zugesicherten Rückkaufwert der Anleihe. Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen.


Beispiel

- Bundesanleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren
- vertraglich zugesicherter Jahreszins von 4,0 %
- Ausgabewert und folglich auch Rückkaufwert von 100 €

Wenn das Marktzinsniveau für 10jährige Anleihen bei 4,0 % liegt, so ist der Kurswert der Anleihe aus diesem Beispiel 100 €, da diese Anleihe auch einen Jahreszins von 4,0 % hat. Liegt der Marktzins für 10jährige Anleihen hingegen bei 3,0%, so hat diese Anleihe bei einer Restlaufzeit von 10 Jahren einen Kurswert von 110,- €. Der Grund dafür ist recht einfach.
Die Anleihe wird in den nächsten 10 Jahren 4% Zinsen, also insgesamt 40,0 % Zinsen erzielen. Das Marktzinsniveau erzielt aber nur 3,0% Zinsen, d.h. in den nächsten 10 Jahren nur 30,0 % Zinsen. Dieser Vorteil von 10,0 % Rendite wird auf den Ausgabewert der Anleihe aufgeschlagen. Ausgabewert und Rückkaufwert sind 100 €, also ist der Kurswert der Anleihe 100 € + 10% = 110 €.

Kauft heute jemand diese Anleihe zum Kurswert von 110 €, d.h. einem angenommenen Marktzins von 3,0% so kann er hohe Kursverluste erleiden. Steigt der Marktzins aufgrund von steigender Inflation und anderen Gründen wieder auf beispielsweise 4,5 %, so ist der Kurswert dieser Anleihe nur noch 95 €. Der aktuelle Marktzins bei 4,5% schafft 45,0 % Zinsen in 10 Jahren und die Anleihe wieder 40,0 %. Der Unterscheid ist -5,0 %. Dieser Renditeunterschied ist vom Ausgabewert abzuziehen und folglich ergibt 100 € (Ausgabewert) - 5% = 95 € Kurswert.

Der Kursverlust beträgt in diesem Beispiel 15 € (Kaufpreis 110 € - aktueller Kurs 95 €), d.h. der Käufer braucht fast 4 Jahre Zinsen (vertraglich zugesicherter Jahreszins von 4,0 % für diese Anleihe), um diesen Kursverlust auszugleichen. Wenn der Käufer also innerhalb von 4 Jahren verkauft, dann hat er Verluste erlitten, obwohl er jedes Jahr die 4% vertraglich zugesicherter Jahreszins erhalten hat. Der Grund dafür war der hohe Kursverlust der Anleihe.

 

Deshalb ist es sinnvoll, bei einem sehr tiefen Marktzinsniveau sein Geld auf Tagesgeldkonten mit hohen Zinsen zu parken. Dort gibt es keine Kursschwankungen, sondern nur Zinsen. Ein gutes, kostenloses Tagesgeldkonto erhalten Sie hier auf dieser Internetseite unter der Rubrik kostenloses Tagesgeldkonto.

[FM 01/2005]