Keine Bargeldauszahlung mit den Kreditkarten der Direktbanken

Die von den Direktbanken ING-DiBa, Consorsbank, DKB usw. versprochene kostenlose Bargeldversorgung mit der VISA-Kreditkarte an allen Geldautomaten in Deutschland ist ein sehr wichtiger Garant für den Erfolg der Girokonten der Direktbanken und damit auch die Achillesferse. Nur an dieser Stelle sind die Direktbanken zu verletzen, da sie deutschlandweit kein eigenes Netz an Geldautomaten besitzen und damit von den Filialbanken abhängig sind.

Das wissen natürlich auch die Filialbanken, welche jährlich hundertausende Girokontokunden an die Direkbanken verlieren. Denn die Direktbanken bieten ein unschlagbar gutes kostenlose Girokonto mit kostenloser Kreditkarte und kostenloser Bargeldversorgung an allen Geldautomaten. Hier kann keine Filialbank mithalten.


Bank
Produkt
Leistungen Automaten unsere
Meinung
unsere
Bewertung
Antrag

Girokonto
Grundgebühr: 0,00 €
EC-Karte: 0,00 €
Kreditkarte: 0,00 €
Dispozinsen: 6,99%
mehr Girokontodetails
Gebührenfrei abheben an 90% aller Geldautomaten in Deutschland sehr gutes Girokonto mit sehr guter Bargeldversorgung
Bewertung
95 Punkte
zum Girokonto der ING

Top Girokonto
Grundgebühr: 0,00 €
EC-Karte: 0,00 €
Kreditkarte: 0,00 €
Dispozinsen: 10,85%
mehr Girokontodetails
Cash Group 9.000 sehr gutes Girokonto mit sehr guter Bargeldversorgung
Bewertung
95 Punkte
zum Girokonto der Norisbank

Giro Plus
Grundgebühr: 0,00 €
EC-Karte: 0,00 €
Kreditkarte: 0,00 €
Dispozinsen: 6,50%
mehr Girokontodetails
Ausland alle kostenlos und Inland Cash Group 9.000 sehr gutes Girokonto
mit kostenlosen Bareinzahlungen bei allen Commerzbank-Filialen
Bewertung
95 Punkte
zum Girokonto der comdirect



Strategie und Argumente der Filialbanken

Mit zunehmendem Erfolg der Direktbanken ab 2008 haben einige Filialbanken ihre Geldautomaten so programmiert, dass Kunden mit einer VISA-Kreditkarte kein Bargeld ausgezahlt worden ist. Da alle Direktbanken den Kunden eine VISA-Kreditkarte geben, um kostenlos an allen Geldautomaten Geld abzuheben, wurden damit auf einen Streich alle Kunden von Direktbanken "abgestraft".

Zurecht verweisen die Filialbanken darauf, dass die Investition in die Bankinfrastruktur und der Unterhalt der Geldautomaten teuer ist. Daher verlangen Sparkassen für das Geldabheben von fremden Kunden grundsätzlich eine Gebühr von mindestens 4,00 EUR.

Diese Gebühr von mindestens 4,00 EUR für die Automatennutzung wird allerdings nur fällig, wenn der Bankkunde seine EC-Karte benutzt. Daher geben die Direktbanken den Kunden eine VISA-Kreditkarte kostenlos zum Girokonto dazu, denn die Firma VISA hat mit allen Lizensnehmern einen Vertrag und damit einheitliche Kosten für die Automatennutzung.

Anstatt der hohen Automatennutzungsgebühr bei EC-Kartenauszahlung erhalten die Filialbanken bei der Automatennutzung mit der VISA-Kreditkarte eine viel geringere Gebühr, welche nach Aussagen der Filialbanken nicht kostendeckend ist.

Im Übrigen können auch Banken sich aussuchen, wem sie das Geldabheben erlauben. Die Filialbanken sind lediglich an übergeordnete Verträge gebunden wie z.B. EC-/Eurocard bzw. Lizensen bei Kreditkartenfirmen. Hat also eine Filialbank keine Lizens mit VISA und gibt daher auch keine VISA-Kreditkarte an die eigenen Kunden aus, so kann niemand diese Bank zwingen, das Geldabheben mit einer VISA-Kreditkarte zu erlauben.



Rechtsentwicklung

Die Aussperrung der eigenen Kunden konnten sich die Direktbanken natürlich nicht gefallen lassen. Die Direktbanken haben geklagt. Das wichtigste Verfahren ist die Klage gegen die Sparkasse Ingolstadt. Die Sparkasse Ingolstadt hat das Verfahren verloren (Oberlandesgericht München AZ.: U (K)1607/10). In diesem Urteil wurde die Revision nicht zugelassen. Die Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision hat der BGH mit Urteil vom 28.06.2011 - KZR 82/10 abgelehnt und damit haben die Direktbanken abschließend gewonnen.

Unstrittig haben die Filialbanken eine marktbeherrschende Stellung auf dem Gebiet der Geldautomaten. Allein durch das gezielte Aussperren beim Geldabheben von Kunden anderer Banken ohne Geldautomaten könnten diese Banken kartellartig die umliegende Bevölkerung zwingen, bei der jeweiligen Bank als Girokontokunde zu bleiben.

Einige wenige Filialbanken verstehen das Urteil bis heute als Einzelfallentscheidung und sperren sich weiterhin gegen Kreditkartenabhebungen von Direktkunden. Aber auch auf die übergeordneten Lizensverträge mit der Firma VISA wurde reagiert. Einige Banken haben die VISA-Lizens gekündigt. Andere Banken kommen der Lizensverpflichtung insoweit nach, dass sie VISA-Kreditkartenkunden wenigstens an einem einzigen Geldautomaten der Bank das Geldabheben ermöglichen.



Folgen für Kunden der Direkbanken

Die Direktbanken können also trotz Urteil des Oberlandesgerichts München ihren Kunden keine kostenlose Bargeldversorgung an allen Geldautomaten mit der VISA-Kreditkarte garantieren. Entsprechend haben die Direktbanken reagiert und marktgerecht den Slogan ausgegeben, kostenlose Bargeldversorgung an über 90% der Geldautomaten in Deutschland.



Unsere Empfehlung

Niemand braucht heutzutage Angst haben, dass er als Kunde einer Direktbank mit der VISA-Kreditkarte kein Geld bekommt. Es sind wirklich sehr wenige ländliche Regionen, die Kunden von Direktbanken im Regen stehen lassen. Ggf. hilft hier eine kostenlose zweite Kreditkarte der Firma Mastercard.