Depot

Über ein Depot werden bei Banken ausschließlich Wertpapiergeschäfte abgewickelt. Die Verwahrung und das Verwalten von Wertpapieren Dritter, das Depotgeschäft, gilt als Bankgeschäft und ist im §1 des Gesetzes über das Kreditwesen, KWG, festgeschrieben. Depotkunden dürfen nur Finanzdienstleistungsinstitute oder Kreditinstitute führen, sofern diese Institutionen eine Finanzportfolioverwaltung, ein Depotgeschäft oder eine Abschlussvermittlung betreiben.

Depotkonten sind eine Kontoart und unterliegen somit weitgehend den allgemeinen Rechtsgrundlagen über die Eröffnung und Führung eines Bankkontos. Ein Depot wird in das Kontoabrufverfahren einbezogen. Zu den hierbei gespeicherten Daten zählen der Name und das Geburtsdatum des Inhabers, sowie Adressen und Namen eventueller Berechtigter. Kontostände und Umsätze fließen, wie auch bei herkömmlichen Girokonten, nicht in einer Schufa-Auskunft ein. Gleich dem Girokonto kann ein Depot auch als Einzel- oder Gemeinschaftskonto geführt werden. Wird ein gemeinschaftliches Depot angelegt, ist festzulegen, ob alle Depotinhaber gemeinsam über das Konto verfügen sollen, oder jeder Inhaber einzeln Zugang zum Depot erhalten soll. Bei einem Gemeinschaftskonto, welches auch Oder-Depot genannt wird, wird zwischen den Rechten aus dem Vertrag und der Eigentumslage an den zu verwahrenden Papieren unterschieden. Bei einem Oder-Depot sind die Inhaber bezüglich der Rechte aus dem Depotvertrag Gesamtgläubiger. Dies trifft nicht auf die zu verwahrenden Wertpapiere zu. Eine Gesamtgläubigerschaft bei Inhaberpapieren bei Aktien gibt es generell nicht. Maßgebend ist dagegen die Eigentumslage. Darüber keinen Aufschluss gibt die Errichtung eines Depots. Denn der Inhaber des Depots muss nicht automatisch auch der Eigentümer der im Depot verwahrten Papiere sein.

Um ein Depot eröffnen zu können, muss zwischen der Bank und dem Kunden ein entsprechender Depotvertrag geschlossen werden. Dieser Vertrag ist Teil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen einer Bank und verpflichtet diese, das Depot zu überwachen und den Anleger über seine Rechte und Pflichten im Rahmen der Depoteröffnung aufzuklären. Die Wertentwicklung des Depots fällt jedoch grundsätzlich in den Zuständigkeitsbereich des Kunden. Wenn sie keine zusätzliche Verpflichtung zur Überwachung des Depots übernommen hat, ist die Depotbank nicht verpflichtet, Schadenersatz zu leisten.

Man unterscheidet verschiedene Depottypen. Als Depot A werden Eigendepots bezeichnet. Sie enthalten Wertpapiere aus dem Eigenhandel der Bank. Ein Depot B ist ein Fremd- oder Treuhanddepot. Es enthält Wertpapiere aus Kommissionsgeschäften. Der Bestand des Depots ist Eigentum des Kunden, welcher die Wertpapiere hinterlegt hat. Ein Pfanddepot, welches alle verpfändeten Wertpapiere der Bankkunden enthält, wird als Depot C bezeichnet. Depot D ist ein Sonderpfanddepot, welches beschränkt verpfändete Wertpapiere der Bankkunden enthält.

Um sich den Herausgabeanspruch auf effektive Stücke, welche er hinterlegt hat zu sichern, kann der Depotinhaber die Wertpapiere mit einer Streifband- oder Sonderverwahrung versehen lassen. Eine individuelle Papierschleife trennt die entsprechenden Wertpapiere in diesem Falle vom übrigen Bestand. Hierfür ist eine individuelle Auftragserteilung notwendig. Geschieht dies nicht, kommt die Girosammelverwahrung zur Anwendung. Durch eine Girosammelverwahrung wird die Verwaltung des Depots erleichtert. Private Namensaktien oder beschädigte Stücke müssen dagegen mittels Streifband verwahrt werden, um sie vom übrigen Bestand des Depots zu trennen.

Ein geschlossenes Depot stellt die Bank in Form eines Tresors für effektive Stücke bereit. Die komplette Verwaltungstätigkeit obliegt dabei dem Kunden. Ein geschlossenes Depot kommt einem Bankschließfach gleich. Diese Form des Depots ist jedoch allgemein unüblich geworden.