Depotübertrag

Als Depotübertrag wird der Übertrag eines Wertpapiers von einem Depot in ein anderes Wertpapierdepot bezeichnet. Der Ablauf dieses Vorgangs richtete sich danach, ob beide Depots sich beim selben Kreditinstitut befinden oder der Depotübertrag zwischen verschiedenen Banken abgewickelt werden muss. Ein Depotübertrag geht in der heutigen Zeit zum Großteil elektronisch von Statten. Die Papiere werden von einem Depot in das andere verbucht ohne physikalisch bewegt zu werden.

Die Wertpapiere sind dabei als Globalurkunde hinterlegt. Diese Sammelurkunde bezeichnet ein Wertpapier, welches eine einheitliche Verbriefung der Rechte mehrerer Aktionäre darstellt. Dadurch wird die Depotverwaltung vereinfacht und es wird ein “stückeloser” Effektenverkehr möglich. Als effektive Stücke werden dagegen tatsächlich gedruckte Wertpapiere bezeichnet. Dies kommt zum Beispiel bei Andenken oder Schmuck vor. Diese effektiven Stücke sind dann der Globalurkunde gleichgestellt.

Der Einfluss der Abgeltungssteuer hat die Abwicklung eines Depotübertrags aufwendiger gestaltet. Bei der Festlegung der Abgeltungssteuer werden auch Kursgewinne mit einbezogen. Daher besteht die Notwendigkeit, entsprechende Informationen über den Kaufkurs und den Kauftag zwischen den Banken auszutauschen. Wird ein ganzes Depot übertragen, muss dies auch mit den Töpfen zur Verlustrechnung geschehen.

Steuerlich ergeben sich beim Depotübertrag zwei wesentliche Unterschiede. Wenn der Depotübertrag auf ein Depot der gleichen Person erfolgt, werden die Steuerdaten von der Empfängerbank übernommen und es erfolgt steuerlich keine Änderung. Erfolgt der Depotübertrag an eine andere Person, wird dies vom Gesetzgeber einem Verkauf gleichgesetzt und lässt folglich den Besitzer gegenüber dem Gewinn steuerpflichtig werden. Der Depotinhaber kann dies umgehen, indem er der Bank gegenüber angibt, der Übertrag wurde ohne Zahlung getätigt. In diesem Falle übernimmt der neue Inhaber die Papiere mit allen bestehenden Steuerdaten. Über den Sachverhalt muss die Bank jedoch der Finanzbehörde Meldung machen, um einen Missbrauch zu verhindern. So erlangt die Finanzverwaltung Kenntnis über alle Sachverhalte, welche die Schenkungs- und Erbschaftssteuer betreffen.

Ein Depotübertrag ist innerhalb Deutschlands laut Gesetz kostenfrei. Für einen Depotübertrag darf die Bank nur Fremdgebühren weiterleiten, denn sie kommt durch den Depotübertrag der gesetzlichen Pflicht für die von ihr verwahrten Wertpapiere nach. Dabei spielt es keine Rolle, welche Art von Depotübertrag getätigt wird und ob es sich um eine Depotschließung oder einen anteiligen Übertrag des Depots handelt.