Arten Kreditkarten

Kreditkarten sind in unterschiedlichen Varianten im Umlauf und unterscheiden sich in Einsatz und Funktion. Bei einer klassischen Kreditkarte bekommt der Inhaber in monatlichen Abständen eine Abrechnung zugesandt, welche alle Waren und Dienstleistungen, welche der Karteninhaber in diesem Zeitraum erworben hat aufführt. Im umsatzsteuerlichen Sinne korrekt erstellte Rechnungen werden dagegen nur vom entsprechenden Händler oder Dienstleister ausgestellt. Diese Rechnungen werden sofort beglichen oder sind im Rahmen von Raten abzuzahlen. Wachsender Beliebtheit erfreut sich der Revolvierende Kredit, ein Soll-Konto, welches mit einem Kredit kombiniert angeboten wird. Monatlich werden vom Karteninhaber zwischen 5 und 50% der jeweiligen Summe zurückbezahlt. Feste Kreditraten existieren nicht, auch Sonderzahlungen sind jederzeit möglich.

Zu den gängigsten Kreditkartenarten in Deutschland zählt die Chargekarte. Der Nutzer erhält eine monatliche Rechnung über die einzelnen Belastungen. Der Betrag wird sofort fällig und muss bis spätestens 30 Tage nach Erhalt gezahlt werden. Dies kommt einem zinslosen Kredit mit niedriger Laufzeit gleich. Als neuere Version gilt das charge and kredit Verfahren. Der Kunde bestimmt dabei seinen Kreditrahmen selbst. Je nach Bank beträgt dieser zwischen 25 und 100% der eingezahlten Summe. Der Kredit wird formlos gewährt. Da keine Bonitätsprüfung stattfindet, kommen diese Kreditkartenarten meist außerhalb Europas zum Einsatz.

Bei einer Debitkarte wird die Karte bei der Bezahlung sofort mit dem entsprechenden Betrag belastet. Kreditkartenarten dieser Form kommen der gängigen EC-Karte gleich. Die Belastung erfolgt über das jeweilige Giro-Konto. International wird die Debitkarte als Master Card ausgegeben. Zu diesen Kreditkartenarten zählt auch die in Deutschland im Umlauf befindliche VISA-Electron-Karte. Da die Karte keine Hochprägung aufweist, darf sie von ihrem Nutzer nicht überzogen werden. VISA-Electron-Karten verfügen über ein eigenes Netz an Akzeptanzstellen.

Die Kreditkartenarten Debitkarte und Chargekarte kombiniert die Daily-Chargekarte. Die einzelnen Posten werden über ein technisches Kartenkonto, welches im Plus geführt werden kann, abgerechnet. Es wird ein monatlicher Kreditrahmen veranschlagt, welcher bei der Bezahlung von Waren und Dienstleistungen mit genutzt werden kann. Nach der monatlichen Abrechnung werden die Soll-Beträge vom anzugebenden Referenzkonto, in der Regel dem Girokonto, eingezogen. Verzugszinsen fallen bei diesen Kreditkartenarten nicht an.

Speziell für den Einkauf im Internet wurden Virtuelle Kreditkarten entwickelt. Auf diesen Kreditkarten sind lediglich die für die Transaktion notwendigen Daten vermerkt. Im Internet kommt die Virtuelle Kreditkarte einer herkömmlichen Kreditkarte gleich. Vermerkt werden die Kreditkartennummer, der Inhaber der Karte, die Gültigkeit und die Sicherheitsprüfnummern CVV und CVC.

Banken bieten in vergleichbar geringem Maße kostenlose Kreditkarten an. Bei diesen Kreditkartenarten fallen keine Grund- oder Jahresgebühren an. Kostenlose Kreditkarten werden von den Banken meist zu Marketingzwecken herausgegeben, um den Kundenstamm zu vergrößern. Es können, ähnlich eines Prepaid Kontos, jedoch zusätzliche Kosten entstehen.

Die Prepaid-Karte macht die Kreditkartenzahlung auf Guthabenbasis möglich. Bei diesen Kreditkartenarten wird der entsprechende Betrag vorab eingezahlt. Es handelt sich hierbei um eine ausschließliche Guthabenkarte und keine Kreditkarte im herkömmlichen Sinne. Eine Prepaid-Karte kann nur dort zum Einsatz kommen, wie die Geschäftsinhaber oder Dienstleister über eine Online-Anbindung verfügen. Nur so kann ein Überziehen dieser Kreditkartenarten vermieden werden. Eine Prepaid-Karte kann auch an Minderjährige oder Personen, für die eine negative Schufa-Auskunft vorliegt ausgeben werden. Verschiedene Anbieter verzinsen das auf der Prepaid-Karte bestehende Guthaben. Oftmals schlagen diese Kreditkartenarten mit hohen Gebühren zu Buche. Diese werden pro Transaktion erhoben oder in einer Jahresrechnung zusammengefasst. Auch für das Aufladen der Karte wird der Nutzer häufig zur Kasse gebeten.