Chipkarte

Chipkarten werden häufig auch als Integrated Circuit Card oder Smartcard bezeichnet. In die Plastikkarten wird ein Schaltkreis integriert, welcher über einen Speicher, einen Mikroprozessor oder eine Hardware-Logik verfügt. Für Chipkarten werden entsprechende Kartenlesegeräte benötigt.

Die Erfindung der Chipkarte geht auf den deutschen Erfinder Jürgen Dethloff zurück. Dieser ließ sich 1969 seine Entwicklung eines Einbaus eines Identifikanden in einen integrierten Kreis patentieren. Als zweiter Wegbereiter gilt Roland Moreno. Der Franzose ließ sich seine Erfindung eines “elektronischen Objektes für die Speicherung vertrauter Daten” im Jahre 1975 zum Patent anmelden.

Chipkarten werden nach verschiedenen Kriterien unterschieden. Grob unterteilen lassen sie sich in Prozessor- und Speicher-Chipkarten. Neueren Datums sind die mit einem erweiterten Sicherheitssystem ausgestatteten Secure Memory Cards und Speicher-Chipkarten mit asynchronen Protokollen, welche sich in einfachen Schritten in ein PC-System integrieren lassen. Auch über ihre äußeren Schnittstellen lassen sich Chipkarten unterscheiden. Man trennt hierbei in kontaktbehaftete und kontaktlose Chipkarten. Als hybride Karten bezeichnet werden Chipkarten, welche über beide Schnittstellen verfügen.

Das wichtigste Bauteil einer Chipkarte ist der integrierte Schaltkreis, welcher für die Anwendung und Fähigkeit der Karte ausschlaggebend ist. Der Chip ist nicht sichtbar und im Chipkartenmodul integriert. Dieses Modul verfügt über Goldkontakte, welche ausgelesen werden können. Ein Chipkartenmodul besitzt sechs bis acht Kontakte. Dies schreibt die ISO-Norm vor. Um optimal zu funktionieren, benötigen Chipkarten nur fünf Kontakte. Das Modul mit dem integrierten Chip wird in die bereits bedruckte Karte durch Fräsen eingebracht. Zahlreiche Chipkarten weißen eine 19- oder 20stellige Identifikationsnummer auf. Dies ist besonders im Mobilfunkbereich die Regel.

Die Abmessungen von Chipkarten sind nach ISO 7816 standardisiert. Man unterscheidet drei Größen. Dabei ist die geläufigste Größe die einer herkömmlichen Kreditkarte. Als kleinste Version gelten die SIM-Karten für Mobilfunktelefone. Alle Chipkarten sind einheitlich 0,76 Millimeter stark. Chipkarten, welche als Geldkarten verwendet werden, werden als Prozessorchipkarten bezeichnet. Sie enthalten einen Mikroprozessor, welcher die Kartendaten durch ein kryptographisches Verfahren vor Fremdbenutzung schützt. In Deutschland werden Chipkarten von fünf Herstellern produziert. Weltweit sind etwa drei Milliarden Chipkarten im Umlauf. Mehr als 70% entfallen auf Handys. Bei als Chipkarten herausgegebenen Kreditkarten liegt der Anteil bei 16%.