Freistellungsauftrag

Einen Freistellungsauftrag kann jeder Sparer erteilen und sich somit teilweise vom unmittelbaren Abzug der Steuern befreien. Kapitalerträge sind einkommenssteuerpflichtig und müssen bei der Steuererklärung herangezogen werden. In einem Freistellungsauftrag vereinbart der Steuerzahler mit seinem Kreditinstitut, Kapitalerträge vom ansonsten automatisch vollzogenen Abzug der Abgeltungssteuer zu befreien.

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Die Abgeltungssteuer ist eine Quellensteuer und kommt seit dem Jahre 2009 zum Tragen. Mit dem Unternehmensteuerreformgesetz 2008 wurde eine duale Einkommenssteuer eingeführt, somit unterliegen die Einnahmen aus Kapital und einer Erwerbstätigkeit unterschiedlichen Steuersätzen. Die Kapitalerträge werden pauschal mit 25% versteuert. Bis zur Ausschöpfung des Sparerfreibetrages unterliegen die Einnahmen aus Kapitalvermögen nicht der Einkommenssteuer. Wer versäumt hat, von einem Freistellungsauftrag Gebrauch zu machen, muss das gesamte Einkommen aus Kapitalvermögen in seiner Steuererklärung angeben und die einbehaltene Steuer wird bis zur Höhe des Pauschbetrages auf die Steuerschuld angerechnet.

Einen Freistellungsauftrag können ausschließlich natürliche Personen stellen. Entsprechende Formulare sind bei den Banken erhältlich oder über das Internet abrufbar. Die Beantragung eines Freistellungsauftrages ist kostenlos. Das Formblatt enthält Angaben zur Person und gegebenenfalls dem Lebenspartner, aufgeführt werden müssen weiterhin die entsprechenden Konten, für die der Freistellungsauftrag erteilt werden soll, sowie die Höhe des Freistellungsauftrages, wenn dieser nicht voll ausgeschöpft werden soll.

Der Freibetrag kann vom Sparer auf beliebig viele Kreditinstitute aufgesplittert werden. Die Summe der Freistellungsaufträge darf jedoch den Wert des Sparer-Pauschbetrages nicht übersteigen. Ehepartner können ihre Freistellungsaufträge zusammen legen und sowohl für gemeinsame, als auch für Einzelkonten zur Geltung bringen. Die Höhe des Freistellungsauftrages beträgt für Alleinstehende 801 Euro und für Ehepaare 1 602 Euro. Der Sparer kann selbst entscheiden, ob er den gesamten Betrag nutzen möchte oder den Freistellungsauftrag nur für bestimmte Summen stellt.

Der Freistellungsauftrag ist jeweils für ein Kalenderjahr gültig und verlängert sich, wenn kein Widerruf erfolgte, automatisch um ein weiteres Jahr. Während des Kalenderjahres kann der Freistellungsauftrag individuell angepasst oder verändert werden, wobei immer der zuletzt erteilte Auftrag aktuell Gültigkeit besitzt. Stichtag für die Änderung von Freistellungsaufträgen ist in der Regel der 28. Dezember. Der Termin kann jedoch von Bank zu Bank variieren und sich zwischen Anfang November und Ende Dezember bewegen.

Ein Freistellungsauftrag kann nur widerrufen werden, wenn im laufenden Kalenderjahr noch keine Kapitalerträge auf dem entsprechenden Konto verbucht worden sind. Sind schon Erträge angefallen, kann der Freistellungsauftrag nicht mehr beliebig nach unten korrigiert werden, eine Anpassung kann nur noch nach oben hin erfolgen.

Minderjährige müssen einen eigenen Freistellungsauftrag stellen, da ihre Kapitalerträge nicht automatisch durch die Anträge der Eltern mit abgedeckt sind. Bei Treuhandkonten wird das Konto im Auftrag eines anderen oder unter einem fremden Namen geführt, daher ist es nicht möglich, hierfür einen Freistellungsauftrag zu erteilen. Auch für Konten von Erbgemeinschaften oder Wohneigentümern, sowie für Kapital aus Betriebseinnahmen oder Vermietung und Verpachtung kann kein Freistellungsauftrag erteilt werden. Ein Freistellungsauftrag verliert bei Scheidung, Heirat oder Tod des Sparers mit sofortiger Wirkung seine Gültigkeit.

Sonderfälle treten bei „losen Personenvereinigungen" ein. Dies kann Vereine oder Schulklassen betreffen. Hier kann ein Freistellungsauftrag erteilt werden, wenn die Erträge 300 Euro im Jahr nicht übersteigen. Vereinigungen und Körperschaften, welche gemeinnützig arbeiten oder kirchlich organisiert sind, müssen statt eines Freistellungsauftrages eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorlegen, worin beantragt wird, vom Abzug der Abgeltungssteuer befreit zu werden. Ein Freistellungsauftrag bezieht sich auf alle Formen von Kapitalerträgen, welche Banken gutschreiben. Dazu zählen auch im Depot der Banken verwahrte Wertpapiere, Kapitalerträge aus Lebensversicherungen oder Erträge aus stillen Beteiligungsgesellschaften.

Die Banken sind verpflichtet, dem Bundeszentralamt für Steuern jährlich die Höhe der Freistellungsaufträge der einzelnen Steuerzahler zu übermitteln. Hiermit soll verhindert werden, das die Pauschbeträge überschritten werden, in dem zum Beispiel bei verschiedenen Banken ein Freistellungsauftrag gestellt wurde. Dabei werden Name, Anschrift und Geburtsdatum des Sparers, sowie die Anzahl und Höhe der jeweiligen Freistellungsaufträge mitgeteilt.